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Nr. 146/147 Rassismus global


Inhalt:

Inhaltsverzeichnis

Zu diesem Heft, S. 147

Essay
Gerhard Hauck:
Wer vom Rassismus redet, darf vom Kapitalismus nicht schweigen, S. 153

Artikel
Céline Barry:
Die Bedeutungen von tubaabité. Rassismuskritische Perspektiven auf das postkoloniale Dakar
, S. 162

Nicolas Wasser:
Prekäre Differenzen. Diversity, (Anti-)Rassismus und brasilianische Singularitäten, S. 192

Daniel Bendix & Aram Ziai:
Rassismusanalyse in der Entwicklungsforschung am Beispiel deutscher reproduktiver Gesundheitspolitik in Tansania, S. 206

Albert Scherr:
Rassismus, Post-Rassismus und Nationalismus. Erfordernisse einer differenzierten Kritik, S. 232

Ulrike Marz:
Annäherungen an eine Kritische Theorie des Rassismus, S. 250

Floris Biskamp:
Rassismus, Kultur und Rationalität. Drei Rassismustheorien in der kritischen Praxis, S. 271

Bettina Engels:
Wann werden Konflikte manifest? Politische Opportunitätsstrukturen für Proteste gegen Goldbergbau in Burkina Faso, S. 297

Diskussion
Aram Ziai & Daniel Bendix:
Rassismus global und in Deutschland. Fünf Thesen, S. 319

REZENSIONEN, S. 326
Karin Fischer, Gerhard Hauck, Manuela Boatc? (Hg.): Handbuch Entwicklungsforschung (Claudia von Braunmühl)
James Heartfield: The British and Foreign Anti-Slavery Society (Reinhart Kößler)
Aram Ziai (Hg.): Postkoloniale Politikwissenschaft (Catharina Wessing)
Stefan Knauss: Von der Conquista zur Responsibility while Protecting (Johannes M. Waldmüller)
Reinhart Kößler: Namibia and Germany (Eri M. Bohn)
Christiane Bürger: Deutsche Kolonialgeschichte(n) (Reinhart Kößler)
Charles Laurie: The Land Reform Deception (Rita Schäfer)
David Coltart: The Struggle Continues (Rita Schäfer)
Richard Saunders & Tinashe Nyamunda (Hg.): Facets of Power (Rita Schäfer)
Thierry M. Luescher, Manja Klemen?i? & James Otieno Jowi (Hg.): Student Politics in Africa (Anna Deutschmann)
Keith Breckenridge: Biometric State (Rita Schäfer)
Antje Daniel: Organisation - Vernetzung - Bewegung (Anna Fichtmüller)
Patrick Bond & Ana Garcia (Hg.): BRICS. An Anti-Capitalist Critique (Sören Scholvin)
Anja Banzhaf: Saatgut - Wer die Saat hat, hat das Sagen (Theo Mutter)
Adriaan van Klinken & Ezar Chitando (Hg.): Public Religion and the Politics of Homosexuality (Rita Schäfer)
Ilker Ataç, Michael Fanizadeh & VIDC (Hg.): Türkei. Kontinuitäten, Veränderungen, Tabus (Philipp Ratfisch)
Arrigo Pallotti & Ulf Engel (Hg.): South Africa after Apartheid (Rita Schäfer)
Eric van Grasdorff, Thea Kulla & Nicolai Röschert (Hg.): Thomas Sankara. Die Ideen sterben nicht! (Louisa Prause)
Sammelrezension zu Hermann Amborn: Das Recht als Hort der Anarchie und John MacLaughlin: Kropotkin and the Anarchist Intellectual Tradition (Reinhart Kößler)
Eingegangene Bücher, S. 371
Summaries, S. 372
Zu den Autorinnen und Autoren, S. 375
Gute Buchläden, in denen die Peripherie zu haben ist, S. 376




Zu diesem Heft

Die moderne Weltordnung ist konstitutiv durch Rassismus geprägt. Das konstatierte schon vor über hundert Jahren W.E.B. du Bois, einer der Mitbegründer der panafrikanischen Bewegung. Er verwies damit auf die Verwobenheit rassistischer Praxis und Ideologie mit Kapitalismus, Patriarchat und (neo-)imperialer Herrschaft. Mit diesem Komplex sehen sich nach wie vor alle diejenigen, die ernsthaft gegen Rassismus in Politik und Alltag vorgehen, immer wieder konfrontiert.
Gleichzeitig wird in Wissenschaft und Politik allerdings selten anerkannt, dass Rassismus internationale Beziehungen und internationale politische Ökonomie prägt. Dieses Schweigen über Rassismus in globalen Zusammenhängen ist vielsagend, denn es maskiert, wie prägend rassistische Ideen und Strukturen für Fragen von „Entwicklung“, Staatlichkeit und Demokratie sind. Der für westliche Konzepte von Politik grundlegenden Mythologie des Gesellschaftsvertrags - am prominentesten repräsentiert durch die Klassiker Thomas Hobbes, John Locke, Jean-Jacques Rousseau und Immanuel Kant - liegt explizit oder implizit eine dichotome, rassialisierte Weltsicht zugrunde. Danach bestehen auf der einen Seite verrechtlichte Beziehungen unter Weißen sowie Institutionen für Weiße. Diese Anerkennung als Rechtssubjekt wird auf der anderen Seite dem barbarischen „Rest“ verweigert, ja die Mehrheit der Menschen wird in diesem Diskurs nicht einmal thematisiert.
Nicht-westliche bzw. anti-koloniale Versuche, Gesellschaften tatsächlich demokratisch und nicht-rassistisch zu begründen, wie beispielsweise nach den Revolutionen in Haiti zur Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert oder in Quilombos in Brasilien stehen dieser Sicht und der damit verbundenen Definitionsmacht entgegen. Sie sind bis heute nicht zu Bezugspunkten geworden, die auf internationaler Ebene die bezeichnete Schieflage von Großtheorien hätten korrigieren können. In den politik- und in den geschichtswissenschaftlichen Lehrbüchern werden sie und vor allem ihre Bedeutung für die theoretischen Grundlagen totgeschwiegen.
Die Wurzeln des modernen Rassismus reichen zurück bis ins 16. Jahrhundert, als Westeuropa seine globale Expansion begann. Nur durch Gewalt konnten die Bewohner∗innen der kolonisierten Gebiete, solange ihre Subsistenz einigermaßen gesichert war, dazu gebracht werden, für den Profit und unter dem Kommando der Kolonialherren in deren Bergwerken und Plantagen zu arbeiten. Diese Arbeit und der Transfer der durch sie geschaffenen Reichtümer in die Metropolen aber war für die Entwicklung des Kapitalismus daselbst entscheidend. Während im Europa der Aufklärung individuelle menschliche Grundrechte zunehmen geltend gemacht wurden, entwickelte der seit dem 18. Jahrhundert aufkeimende „wissenschaftliche Rassismus“ zugleich eine Legitimitätsgrundlage, um Nicht-Europäer∗innen den Status als Rechtssubjekte und damit auch den Anspruch auf Grundrechte abzusprechen. Auf Ideen von Rasse fußende Diskriminierungen dienten den Herrschenden immer auch dazu, aufkeimende Solidarität und gemeinsame Kämpfe zwischen ausgegrenzten und ausgebeuteten weißen Menschen und versklavten Schwarzen Menschen bzw. People of Color zu hintertreiben und zu untergraben. Dabei wurden die Trennlinien, die „uns“ vorgeblich von den „Anderen“ trennen, mit unterschiedlichen Mitteln, vor allem aber mit Phänotypen außereuropäischer Menschen begründet.
Was „das Eigene“ oder „das Andere“ vermeintlich charakterisiert, ist jedoch keine festgelegte Größe, sondern ändert(e) sich im Laufe der Geschichte. Der Begriff der „Rasse“ war nach dem Zweiten Weltkrieg und der rassistisch legitimierten Ermordung von Millionen von Menschen in Europa diskreditiert und trat auch angesichts der Entkolonisierung und der Bürgerrechtsbewegung in den USA in den Diskursen zur Rechtfertigung der Diskriminierung von Fremdgruppen allmählich in den Hintergrund. An seine Stelle trat das Reden über „Kultur“. Das wesensmäßige Anderssein der Diskriminierten wurden nun nicht mehr als biologisch begründet, sondern „nur“ noch auf essenzialisierte kulturelle Merkmale zurückgeführt. An der Diskriminierung änderte dies kaum etwas, denn die kulturelle Andersartigkeit wurde als ebenso unabänderlich, ebenso im Generationen überdauernden Wesen der jeweiligen Gruppierung verankert und ebenso als minderwertig und bedrohlich verstanden wie einstmals die vorgeblich natürliche. Mithin naturalisierte sowohl der biologische Rassismus wie der Kulturalismus wahrgenommene Unterschiede.
Auch in einer liberalen und sich gern auf kosmopolitische und scheinbar universale Normen beziehenden Weltordnung ist Rassismus also keineswegs passé. Er bleibt tief in politische, soziale und ökonomische Strukturen eingeschrieben und wird in Diskursen und Praktiken reproduziert. Konstant bleibt bei aller Flexibilität rassistischer Ein- und Ausschlüsse ein Weltbild, nach dem Weißsein und Westlichsein das Maß aller Dinge sind. Historisch wie gegenwärtig ist Rassismus untrennbar mit materiellem und kulturellem Ausschluss und mit entsprechenden Verteilungskämpfen verknüpft. Dabei sind die Ausschlussmechanismen gleichermaßen mit anderen Herrschaftsverhältnissen verschränkt, wobei die Grenzziehungen (bzw. Interdependenzen) zwischen Ethnozentrismus, Xenophobie, Nationalismus und Rassismus zu bestimmen bleiben.
Rassismus ebenso wie antirassistische Widerstandspraktiken gilt es damit als global auftretende Phänomene zu analysieren: Während Menschen aus südosteuropäischen und osteuropäischen Ländern etwa in Westeuropa weiter selbst Rassismus erfahren - zuweilen auch antiromaistischen, selbst, wenn sie nicht Rromn∗ja sind -, ist dieser in ihren Herkunftsländern vor allem gegen Sint∗eza und Rromn∗ja, aber auch gegen Migrant∗innen aus Syrien, Irak, Afghanistan, Sri Lanka, Eritrea und anderen afrikanischen Ländern allgegenwärtig. In China hat Rassismus beispielsweise mit dem Einfluss europäischer „Rassentheorien“ zur Zeit der „Aufklärung“ Einzug gehalten. Seitdem hat das Denken in „Rassen“ (Han-Chines∗innen als homogene ethnisierte Gruppe) politischen und intellektuellen Eliten für unterschiedliche politische und ideologische Ziele gedient. In Südafrika oder in den Südstaaten der USA bestehen auch nach dem formalen Ende von Apartheid und gesetzlich verankerter Diskriminierung rassifizierte Grenzziehungen und darauf aufbauende Segregation fort. Allerdings ist Weißsein als globale Position nicht unbedingt an Phänotyp und Hautfarbe gebunden. Schon seit über hundert Jahren wurde Japan im Klub der „Zivilisierten“ und damit der Kolonisatoren willkommen geheißen, und heute kann Kapitaleigentum als Eintrittsbillett in die Sphäre dienen, die als „modern“, „westlich“ und kapitalistisch bezeichnet werden kann. Bevölkerungsgruppen, die sich gegen die kapitalistische Ausbeutung ihres Bodens und ihrer Umwelt in Südafrika (und andernorts im Globalen Süden) wehren, werden oftmals als unterentwickelt und primitiv abgewertet. Damit werden politische und wirtschaftliche Praktiken legitimiert, die oft genug die Lebensinteressen dieser Gruppen ignorieren. In Lateinamerika und Nordamerika hat die Armut und Ausgrenzung von indigenen/Native American und afro-Diasporischen/Schwarzen Bevölkerungen ihre Wurzeln im Kolonialismus: Rassistische Diskriminierung bestimmt maßgeblich, ob jemand in Armut lebt, Bildung erhält, jung stirbt, im Gefängnis landet und polizeilicher Gewalt ausgesetzt ist. Schwarze und indigene Bevölkerungen befinden sich dabei in den Amerikas - wie auch in anderen Siedlungskolonien wie Australien - durchgehend am Ende der sozialen Pyramide. Widerstand dagegen ist allgegenwärtig und hat jüngst etwa mit #BlackLivesMatter translokale und -nationale Vernetzung erreicht.
Rassismus als globales Phänomen bildet damit den Rahmen dieses Schwerpunktheftes. Weniger noch als bei anderen Themenstellungen lässt sich dabei die auch sonst obsolete Vorstellung einer regional abgegrenzten „Dritten Welt“ einhalten. Gerade die stärker begrifflich argumentierenden Beiträge im vorliegenden Heft werden dieser globalen Problematik gerecht.
Gerhard Haucks Essay analysiert die historischen Veränderungen der Wechselwirkung zwischen Kapitalismus als sozioökonomischem und Rassismus als soziokulturellem System, beginnend mit der Etablierung des kapitalistischen Weltsystems im 16 Jahrhundert und den rassistischen Bestandteilen des Denkens der Aufklärung über seine „wissenschaftliche“ Phase unter Zuhilfenahme der Biologie, später der intelligenzmessenden Psychologie bis hin zur „Rassenhygiene“ im frühen 20. Jahrhundert. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Kulturbegriff zunehmend die Stelle des Rassenkonzepts ein, die Diskriminierungspraktiken aber blieben die selben.
Céline Barry geht der Frage nach, wie Rassismus den Alltag in der senegalesischen Hauptstadt Dakar prägt. Die Wissensbestände der (ehemals) Kolonisierten zum Ausgang nehmend, greift sie dabei auf umfassende ethnographische Forschung zurück, welche Interviews, Lexikoneinträge, Lieder, Filme sowie Beobachtungen und eigene Erfahrungen umfasst. Als Alternative zu Weißsein und Westlichsein entwickelt sie auf dieser Grundlage das Konzept der tubaabité;, um die Spezifizität rassistischer Privilegierung in einer Postkolonie und im Kontext neoliberaler kapitalistischer Verhältnisse zu erfassen.
Das Versprechen von mehr Gleichberechtigung durch diversity stellt Nicolas Wasser in den Mittelpunkt seiner Analyse. Er spürt vor dem Hintergrund eines hegemonialen Neoliberalismus am Beispiel eines brasilianischen Modeunternehmens, dessen Klarname aus markenrechtlichen Gründen nicht genannt werden darf, der Verwertung, aber auch den Brüchen mit der spätkapitalistischen (Anti-)Rassismuslogik nach. Dabei hinterfragt er in kritischer Absicht den brasilianischen Mythos des mestiçagem, wonach die Vermischung der als „drei Rassen“ konstruierten Bevölkerung aus „Weißen“, „Schwarzen“ und „Indigenen“, denen jeweils eine jeweils spezifische und positiv besetzte Rolle zukam, zur Herausbildung sowie zum Fortschritt der Gesellschaft beigetragen habe.
Für Daniel Bendix & Aram Ziai scheint Entwicklungsforschung mit ihrem Interesse an globaler sozioökonomischer Ungleichheit besonders geeignet zu sein, Rassismus als umfassenden globalen Komplex mit diskursiven und materiellen Dimensionen zu verstehen. Ihrer Ansicht nach reicht der Fokus auf Rassismus als Ungleichheit stützendes diskursives Phänomen nicht, um dessen Wirkmächtigkeit zu erfassen. Wie Rassismus materieller verstanden und analysiert werden kann, zeigen sie anhand des Beispiels deutscher Entwicklungspolitik im Bereich reproduktive Gesundheits- und Bevölkerungspolitik in Tansania auf.
In der Rubrik „Diskussion“ legen die beiden Autoren zudem ein Thesenpapier vor, wo und in welchen Erscheinungsformen Rassismus in der Bundesrepublik virulent ist.
Vor einer allzu eilfertigen Ausweitung der Bezeichnung „Rassismus“ warnt Albert Scherr. Er insistiert insbesondere auf einer klaren Abgrenzung des Begriffs zu „Nationalstaatlichkeit“ und „Nationalismus“, deren Brisanz zumal angesichts zunehmender, staatlich bewehrter sozialer Ungleichheit auf globaler Ebene durch eine pauschalisierende Subsumtion der damit zusammenhängenden Probleme unter „Rassismus“ gerade verfehlt werde.
Ulrike Marz versucht in Rückgriff auf das Konzept der autoritären Persönlichkeit von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno eine Annäherung an eine Kritische Theorie des Rassismus. Mit besonderem Blick auf den Zusammenhang von warenproduzierender Gesellschaft und ihr entsprechenden Formen des Bewusstseins fragt sie, ob die autoritäre Persönlichkeit auch heute noch als ein prototypisches Ergebnis der kapitalistischen Sozialform aufgefasst werden kann. Ihrer Ansicht nach bedarf das ursprüngliche Konzept angesichts der durch den Neoliberalismus veränderten Vergesellschaftungsformen einer Modifikation. Wirksam werde Rassismus heute vor allem im Rahmen einer konformistischen Revolte, in dem eine „konformistisch-egoistische Persönlichkeit“ agiere.
Die Diagnose, dass die Kontroversen um den „richtigen“ Rassismusbegriff ihre Wurzel in der historischen Auflösung der rassentheoretisch legitimierten Form von Herrschaft haben und sich die Erscheinungsformen von Rassismus transformiert hätten, stellt Floris Biskamp an den Beginn seiner Analyse. Vor diesem Hintergrund diskutiert er mit Blick auf die kantische Rassenlehre und den antimuslimischen Rassismus die Stärken und Schwächen unterschiedlicher Theorieansätze. Sowohl marxistisch und psychoanalytisch beeinflusste Theorien, die Rassismus als im Kontext gesellschaftlicher Zwänge entstehendes Bewusstseinsphänomen darstellen, als auch machtkritisch und diskurstheoretisch argumentierende Ansätze, die Rassismus als auf Differenzkonstruktionen aufbauendes soziales Dominanzverhältnis ansehen, erscheinen ihm defizitär. Darauf aufbauend entwickelt er in kritischer Anlehnung an Jürgen Habermas ein Modell, das Rassismus als systematisch verzerrtes Kommunikationsverhältnis identifiziert.
Außerhalb unseres Themenschwerpunktes untersucht Bettina Engels die Bedingungen, unter denen das vielfältige und komplexe Konfliktpotenzial eines expansiven Bergbaus zu effektiven und folgenreichen Protestbewegungen führen kann. Sie entwickelt die Problematik anhand von drei Fallbeispielen aus Burkina Faso, dessen Bergbausektor gegenwärtig zu den weltweit am schnellsten expandierenden gehört. Einerseits bietet der dortige Goldbergbau ein differenziertes Spektrum an Betriebsformen und damit auch an Voraussetzungen für Protestaktionen, zum andern aber eröffnete der Sturz des langjährigen Präsidenten Blaise Compaoré Ende 2014 ein Opportunitätsfenster für effektiven Protest.

Die beiden folgenden Hefte werden sich mit den Themen „Anspruch und Wirklichkeit ziviler Konfliktbearbeitung und Friedensförderung“ sowie „Macht und Prognose“ befassen. Für den Sommer 2018 ist anlässlich der Nummer 150 eine Jubiläumsausgabe zum Thema „'Entwicklung'? - Alternativen zur 'Entwicklung'?“ geplant. Sie soll neben begutachteten Beiträgen eine Anzahl von Essays vor allem von Autor∗innen aus dem Globalen Süden bringen. Schließlich bereiten wir ein Heft über „Konzepte gewaltfreier Selbstverteidigung“ vor. Zu diesen und anderen Themen sind Beiträge sehr willkommen. Die entsprechenden Calls for Papers finden sich auf unserer Homepage.
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